Unileben

Leider gehört zu einem Studium auch ein ganz gehöriger Teil Leben dazu. Dass dieser nicht immer einfacher ist als das Studium selbst, lernt man sehr schnell und oft unfreiwillig. Es fängt an mit dem Wohnraummangel in Tübingen und den daraus resultierenden enorm hohen Mietkosten, gefolgt von der GEZ, Semestergebühren, Baföganträgen, Busfahrkarten, Versicherungen, etc.. Damit ihr euch nicht von solchen Lappalien abschrecken lasst und mit voller Motivation in das Studium starten könnt, gibt es hier ein paar Tipps:

Allgemeine Studiengebühren

Gibt es nicht mehr.

GEZ

Seit 01.01.2013 kommt man nicht mehr um das Bezahlen von GEZ-Gebühren herum, man wird jetzt nämlich gar nicht mehr gefragt. Zumindest für WGs ist jetzt pro Wohngemeinschaft der monatliche Beitrag zu bezahlen. Mehr Infos hierzu gibt es hier.

Krankenkasse, Pflegeversicherung

Hier gibt es im Normalfall zwei Möglichkeiten:

Studententarif in einer gesetzlichen Krankenkasse:
Als Student müsst ihr krankenversichert sein (sonst könnt ihr euch gar nicht erst einschreiben), bekommt aber im Gegenzug auch einen ziemlich günstigen Tarif (ca. 50-60 EUR pro Monat) bei den verschiedenen gesetzlichen Krankenkassen (AOK, DAK, TKK, …).
Mitversicherung über die Krankenkasse der Eltern, Privatversicherung:
Es besteht (je nach Krankenkasse) die Möglichkeit, weiter über die Eltern krankenversichert zu bleiben, so dass keine eigenen Gebühren gezahlt werden müssen. Manche Studenten sind auch ausreichend gut betucht und wollen in eine private Krankenversicherung eintreten (oder dort bleiben). In beiden Fällen ist eine Befreiung von der Versicherungspflicht nötig, die es nach einer Aufklärung bei einer beliebigen gesetzlichen Krankenkasse gibt. Achtung: Ist diese Befreiung erst einmal ausgestellt, gibt es kein zurück mehr! Erst eine mindestens einjährige (Vollzeit-)Beschäftigung berechtigt wieder zum Eintritt in eine gesetzliche Krankenkasse.

Die Studententarife (fast) aller Krankenkassen gehen davon aus, dass man hauptsächlich studiert und nebenher höchstens ein bisschen arbeitet. In konkreten Zahlen heisst das:max. 20 Stunden pro Woche, in den Semesterferien gilt keine Stundenbegrenzung. Für die Pflegeversicherung gilt die bekannte 345/400 EUR-Grenze. Je nach Krankenkasse gibt es auch ein Maximaleinkommen, bei dessen Überschreitung man aus dem Studententarif fliegt und in einen - wesentlich teureren - normalen Tarif kommt, der dann meist für ein volles Jahr gilt.

Literatur

Fachliteratur ist auch in der Informatik oft nicht billig, allerdings ist man - im Gegensatz zu anderen Studienfächern - nicht auf Bücher als Hauptinformationsquelle angewiesen. Zudem steht die Informatik-Bibliothek zur Verfügung. Desweiteren empfiehlt sich auch bei alternativen Buchportalen vorbeizuschauen.

Wohnung, Miete, Nebenkosten

Die Region Tübingen/Reutlingen ist, was die Mietpreise angeht, eine der teuersten Regionen Deutschlands. Zudem ist es nicht immer ganz einfach, überhaupt eine Wohnung oder ein Zimmer zu finden. Für den privaten Wohnungsmarkt sind Mittwochs- und Samstagsausgabe des „Schwäbischen Tagblatts“ zu empfehlen, natürlich die Schwarzen Bretter in den Mensen, und auch die „Studentische Zimmervermittlung“ in der Mensa Wilhelmstraße ist sehr hilfreich bei der Zimmersuche. Neben privaten Wohnungen gibt es auch die Möglichkeit in einem Studentenwohnheim der beiden Studentenwerke zu wohnen. Antragsformulare für einen Wohnheimplatz gibt es entweder beim Studentenwerk AdöR in der Wohnheimverwaltung, Fichtenweg 5, 72076 Tübingen, oder beim Studentenwerk e.V., Rümelinstraße 8, 72070 Tübingen. Übrigens: Das erste, was man machen sollte, ist eine offlineversion eines Stadtplans zu kaufen. Old style paper version. Solltet ihr mit dem Auto nach Tübingen kommen, plant für jede Strecke am Anfang eine halbe Stunde mehr ein - nicht auf Grund des hohen Verkehrsaufkommens sondern der hohen Dichte an Einbahnstrassen. Es empfielt sich häufig das Prinzip: „Erst dran vorbei und dann von hinten durch die Mitte“ ;-)

Essen in Tübingen

Frühstück

  • Gut und preiswert Frühstücken kann man im Stern (Lange Gasse). Von ca. 9 - 13 Uhr bekommt man dort einen Zettel auf dem man sich sein Frühstück zusammenkreuzen kann.

Mittagessen

Besonders empfehlenswert ist die Prinz Karl Mensa, die zwar auch das Stammessen der Mensa bekommt, sonst wird aber selbst gekocht. Die allermeisten werden trotzdem in der Mensa Morgenstelle essen gehen.

  • Ist man bereit etwas mehr als 4 Euro auszugeben, so zeigt sich Tübingen als Mittagessenparadies. Fast jedes Lokal bietet einen Mittagstisch.

Abendessen

  • In der Mensa in der Wilhelmstraße (direkt gegenüber von der Universitätsbibliothek ) wird oftmals auch abends ein warmes Essen angeboten - für die ganz Faulen, die nie kochen möchten, also durchaus eine Überlegung wert.

Elternessen

Falls mal die lieben Eltern zu Besuch kommen, gibt es in Tübingen auch einige Möglichkeiten abends lecker essen zu gehen (niedrig - mittel - hochpreisig, je nach Wunsch). Gute Lokale sind unter anderem (aus eigener Erfahrung):

  • Restaurant Mauganeschtle: Echt schwäbische Küche, sehr lecker, etwas teurer als der Durchschnitt, aber zu empfehlen. Direkt am Schloss gelegen.
  • Weinstube Forelle: Kleines aber feines Restaurant, große Weinauswahl. Ebenfalls sehr zu empfehlen!
  • Wurstküche Tübingen: Klingt recht einfach - man bekommt aber trotzdem einiges geboten. Absolut zu empfehlen!

Wohnheime

Ganz Tübingen ist übersät mit Wohnheimen; welches das richtige für euch ist, hängt von euch ab. Es gibt alle Varianten - alte, neue, alternative, konservative, günstige, teure, etc.

  • Fichtenweg im WHO (Waldhäuser Ost) liegt genau zwischen Morgenstelle und Sand. Da wohnen ~ 1500 Leute. Sehr positiv sind die Verkehrsanbindung, die Lage und die Internet-Standleitung, negativ der Lärm und die Verschmutzung… Viele wollen da am liebsten für immer wohnen, andere nie im Leben einziehen - entscheide selbst. Die Preise liegen z.B. für ein möbeliertes Zimmer in einer 7er bzw. 8er WG im Fichtenweg 3, 7 oder 15 bei 230 Euro warm. Es existieren auch vollmöblierte Zimmer mit eigenem Bad in etwas größeren WGs für 266 Euro warm.

Übersicht über die Wohnheime des Studentenwerk A.d.ö.R.

  • Französisches Viertel liegt in der Südstadt von Tuebingen und wird ebenfalls vom Studentenwerk Tübingen betrieben. Die Preise liegen hier zwischen 190 und 275 EUR monatlich. Positiv ist hier ebenfalls die sehr gute Internetanbindung, negativ für Informatiker vielleicht die etwas ungünstigere Lage bezüglich der Naturwissenschaftlichen Institute an der Morgenstelle. Für Leute mit Nebenfächern in der Innenstadt aber möglicherweise keine schlechte Alternative.

* TODO: mehr Wohnheime

  • Christliche Wohnheime gibt es in Tübingen zwei. Das Wilhelmstift (nur Männer) und das Evangelische Stift. Beide sind übrigens mitten in der Altstadt.
  • Das Rechbergwohnheim Gehört zwar einer katholischen Studentenverbindung, diese setzt aber nicht zwingend eine Mitgliedschaft voraus. Relativ gut zu erreichen in der Weststadt gelegen. Rechbergwohnheim

Die Anmeldung für einen Wartelistenplatz beim Studentenwerk sollte bis zum 15.7. für das WS stattfinden. Weitere Infos findest du hier (auch eine Liste der Lage der Häuser, uvm.). Sollten alle Stränge reißen, bleiben immer noch Verbindungen: Auch hier gibt es mehr und weniger schlagende, krasse, konservative, etc.. Schau einfach mal im Cityinfonetz nach (Achtung nicht vollständig!). Die Mieten sind sehr gering und häufig gibt es sogenannte Probesemester, so dass ihr nicht gleich eintreten müsst. Bedenke jedoch, dass die meisten Verbindugen nur Männer nehmen. Leider haben wir keine Informationen über freie Zimmer und Wohnungen. Es gibt sehr viele Wohnungssuchende und auch für Tübinger ist das kein Kinderspiel. Die beste Möglichkeit ist, ein paar Tage nach Tübingen zu kommen, sich in der Jugendherberge oder einer anderen kurzfristigen Wohnmöglichkeit einzumieten und zu suchen.

BAFöG

Familienzuschlag

Beamte bekommen einen Familienzuschlag, der direkt an das Kindergeld gekoppelt ist.

Kindergeld

Auf der Kindergeld-Seite beim Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen gibt es ein Merkblatt mit den wichtigsten Informationen, Antragsformulare und eine FAQ.

Steuer, Sozialversicherung, Rentenversicherung

Wie jeder andere deutsche Bürger seid auch ihr steuerpflichtig, sofern ihr die Freibeträge überschreitet (7644 EUR pro Jahr Lohnsteuer), 450 EUR pro Monat Rentenversicherung).

Studentenwerksbeitrag

Bei der Rückmeldung müsst ihr neben dem Verwaltungskostenbeitrag den Studentenwerksbeitrag (derzeit 73.50 EUR) entrichten. Diese Gebühr kommt - im Gegensatz zum Verwaltungskostenbeitrag - jedoch den Studenten direkt wieder zu Gute: Es werden die sozialen Leistungen des Studentenwerks sowie der Sockelbetrag des Semestertickets davon bezahlt. Das Semesterticket arbeitet nach dem Solidarprinzip: Alle zahlen einen Sockelbetrag und wer das Semesterticket tatsächlich nutzen will, zahlt zusätzlich noch 66.50 EUR.

Telefon, Internet

Wer BAFöG bekommt oder von den Rundfunkgebühren befreit ist, kann bei der Telekom den sogenannten Sozialtarif beantragen. Näheres auf der entsprechenden Info-Seite der Telekom. Ansonsten empfiehlt es sich, nach anderen Anbietern (Arcor, O2, etc.) Ausschau zu halten.

Verwaltungskostenbeitrag

Der Verwaltungskostenbeitrag in Höhe von 60 EUR pro Semester, der zusammen mit dem Studentenwerksbeitrag bei der Rückmeldung entrichtet werden muss, geht von der Uni direkt an das Land und wird dort zum Stopfen von allgemeinen Haushaltslöchern benutzt.

erstsemester/unileben.txt · Zuletzt geändert: 2017-03-13 14:43 von julian
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